Ruhig bleiben und weitermachen
Institutionelle Anleger gehen davon aus, dass sich die Volatilität, von der die weltweiten Märkte Ende 2018 erschüttert wurden, auch im kommenden Jahr fortsetzen wird. Darüber hinaus erwarten sie, dass der langjährige Bullenmarkt in den USA bald ein Ende finden wird – wenn dies nicht bereits geschehen ist.

Ihr Ausblick für das kommende Jahr? Institutionelle Anleger rechnen mit einer höheren Volatilität auf den Aktien- und Anleihemärkten und mit steigenden Zinsen. Werden sie deshalb ihre Allokationen verändern? Nicht zwangsläufig.

Trotz der zahlreichen drohenden Schwierigkeiten auf dem Markt sagen sechs von zehn institutionellen Anlegern, dass sie für die Risiken des Jahres 2019 gewappnet und nicht bereit sind, ihre langfristigen Renditeerwartungen von 6,7% zurückzuschrauben. Und auch bei potenziell stärkeren Gegenwinden halten 77% der Befragten diese Annahmen für realistisch.

Entsprechend gestalten sich ihre Portfolioallokationen und Sektorprognosen für 2019. Aufgrund von steigenden Zinsen und Volatilitätsschüben rechnen sie zwar künftig mit Risiken und nehmen einige Anpassungen vor. Sie halten jedoch weitgehend an ihren Allokationen fest – vorerst. Unsere aktuelle Umfrage unter institutionellen Anlegern beleuchtet ihren Ausblick für das kommende Jahr sowie neun Trends, die ihre langfristige Anlagestrategie antreiben.

Der Übergang von niedrigen Renditen zu steigenden Zinsen

Nachdem die Zinsen zehn Jahre lang auf null oder nahe null lagen, klettern sie nun wieder nach oben. Dies birgt neue Risiken für institutionelle Anleger.

  • 75% befürchten, dass durch die lang anhaltende Phase niedriger Zinsen Vermögensblasen entstanden sind.
  • Dabei bereitet ihnen das Tempo der Zinserhöhungen mehr Sorgen als das Ausmaß der Zinsschritte.
  • 56% sind der Ansicht, dass sich die Zinserhöhungen negativ auf die Performance auswirken werden.

 

Volatilität ist Teil der neuen Realität

Die niedrige Volatilität auf den Märkten hat die Anlagerenditen in den letzten zehn Jahren unterstützt. Viele Anleger erwarten nun, dass aufgrund steigender Zinsen eine Rückkehr zum historischen Durchschnitt stattfindet. In einem solchen Umfeld spielt die Volatilität eine wichtigere Rolle.

  • 52% der Befragten geben an, dass die Volatilität ein Risiko für die Portfolios darstellt.
  • Dieselbe Anzahl an Befragten ist der Ansicht, dass die Streuung (Abweichungen in der Korrelation von Wertpapierkursen) im Jahr 2019 zunehmen wird. Das ist einer der Gründe, weshalb viele Anleger den Fokus auf das aktive Management richten.

 

Aktives Management von größerer Bedeutung

Da nun wieder die Volatilität ins Spiel kommt, konzentrieren sich institutionelle Anleger auf das aktive Management und gewichten aktive Strategien mit 70% – dagegen belaufen sich die Engagements in passiven Strategien auf lediglich 30%.

  • 79% der Befragten sagen, dass das Marktumfeld im Jahr 2019 für ein aktives Management spricht.
  • 78% der institutionellen Entscheidungsträger sind bereit, für eine überdurchschnittliche Wertentwicklung eine höhere Gebühr zu bezahlen.

 

Bedeutung von Privatvermögen steigt

Aufgrund der ungewissen Renditen und steigenden Zinsen auf den traditionellen Wertpapiermärkten liebäugeln viele institutionelle Anleger mit den privaten Märkten, um die Performance ihrer Portfolios zu verbessern.

  • 72% der Befragten sind der Ansicht, dass die Renditen von Private-Equity-Anlagen das Liquiditätsrisiko wert sind.
  • 60% geben die Diversifizierung als einen der Hauptgründe für Anlagen in Privatvermögen an.

 

Vermögensblasen weiten sich aus

Institutionelle Anleger sind der Meinung, dass sich am Ende des zehnjährigen Bullenmarktes in verschiedenen Anlageklassen Vermögensblasen bilden könnten – und 71% glauben, dass Privatanleger von dieser Entwicklung überhaupt nichts mitbekommen.

  • Kryptowährungen – 64% der institutionellen Anleger sind der Ansicht, dass sich auf dem Markt für Kryptowährungen eine Blase gebildet hat. Wenn man bedenkt, dass sowohl Bitcoin als auch Ethereum seit Januar 1 um jeweils 73% und 85% nachgegeben haben, ist diese Blase jedoch möglicherweise bereits geplatzt.
  • Technologie – 45% vertreten die Meinung, dass sich eine Technologieblase gebildet hat. Hat der Ausverkauf von FAANG-Aktien im vierten Quartal für den nötigen Druckausgleich gesorgt – oder müssen wir mit einer noch größeren Explosion rechnen?
  • Aktien – 41% der institutionellen Anleger sind der Ansicht, dass sich am Horizont des Aktienmarktes eine Blase abzeichnet.

 

Politische Unruhen sorgen auch für Unruhen auf dem Markt

Zwei Jahre nachdem der Brexit und die Präsidentschaft von Donald Trump Wirklichkeit wurden, wird die Anlegerstimmung nach wie vor stark von der Geopolitik beeinflusst.

  • Wodurch wird die globale finanzielle Sicherheit bedroht? 44% geben an, dass die Bedrohungen in der Geopolitik begründet liegen, während 37% Handelskonflikte anführen.
  • 77% sind der Ansicht, dass sich geopolitische Ereignisse negativ auf die Wertentwicklung von Portfolios auswirken werden.

 

Wer wird für die Kosten der Staatsverschuldung aufkommen?

Die explodierende Staatsverschuldung gehört im Marktumfeld nach der Krise zur neuen Wirklichkeit. Im Zuge der wachsenden Gesamtverschuldung sind auch die Risiken gestiegen. Die steigenden Zinsen könnten die Problematik der Staatsverschuldung noch verschärfen. Ein Großteil dieser Neuverschuldung wurde zu Zinssätzen aufgenommen, die Rekordtiefs erreicht hatten.

  • Sechs von zehn Befragten sind der Ansicht, dass die globale finanzielle Sicherheit von der wachsenden Schuldenkrise bedroht wird.

 

Eine neue Krise zeichnet sich ab

Die Märkte sind seit einem Jahrzehnt von einer größeren Katastrophe verschont geblieben. Institutionelle Anleger haben ihre Vermögenswerte vermehrt und kurzfristige Schwierigkeiten problemlos gemeistert. Aber alles hat ein Ende. So sind die institutionellen Anleger der Meinung, dass wir innerhalb der nächsten fünf Jahre mit der nächsten globalen Finanzkrise konfrontiert werden. Welche fünf Faktoren stellen für sie die größten Bedrohungen dar?

  • 62% – Staatsverschuldung
  • 48% – Vermögensblasen
  • 44% – Geopolitik
  • 37% – Handelskonflikte
  • 22% – alternde Bevölkerung

 

Ruhig bleiben und weiter investieren

Wie oben ersichtlich wird, konzentrieren sich institutionelle Anleger auf die langfristige Entwicklung. Mit einem durchschnittlichen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren legen sie ihr Augenmerk auf Faktoren, die nicht die kurzfristige, sondern die langfristige Entwicklung beeinflussen werden. Auf diese Weise sollen Trends identifiziert werden, von denen die Portfoliostrategie über viele Jahre hinweg angetrieben wird. Fazit: Institutionelle Anleger halten vorerst an ihren Allokationen fest.

 


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Erfahren Sie mehr darüber, was institutionellen Anlegern zehn Jahre nach der globalen Finanzkrise schlaflose Nächte bereitet.

Über die Umfrage
Natixis Investment Managers, globale Umfrage unter institutionellen Anlegern, durchgeführt von CoreData Research im Oktober und November 2018. Im Rahmen dieser Umfrage wurden 500 institutionelle Anleger in 28 Ländern befragt.
1 Prozentuale Veränderung der Tagesendkurse zwischen dem 31. Dezember 2017 und dem 26. November 2018.

Im Gegensatz zu passiven Investments gibt es keine Indizes, die aktive Investments verfolgen oder nachzubilden versuchen. Ob ein aktiv gemanagtes Investment seine Ziele erreichen kann, hängt von der Effektivität des Investmentmanagers ab.

Diese Unterlagen werden lediglich zu Informationszwecken bereitgestellt und sollten nicht als Anlageempfehlung verstanden werden.

Alle Investments sind mit Risiken verbunden, Verlustrisiken eingeschlossen. Keine Investmentstrategie oder Risikomanagementtechnik kann unter allen Marktbedingungen Renditen garantieren oder Risiken ausschalten.

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