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Investoren treten regelmäßig in den Dialog mit den Unternehmen, in die sie investieren. Doch bringt das etwas? Steigert sich dadurch wirklich die Wertentwicklung? Die Antwort ist ja – vorausgesetzt, die Investoren sprechen die Unternehmen individuell an.

Ist mit einem Unternehmen, in das man investieren möchte, kein Dialog möglich, ist eine Investition eher nicht sinnvoll. Wir möchten tiefschürfende Dialoge führen, um die Unternehmen und ihre Risiken zu verstehen. Dabei betrachten wir ESG nicht isoliert, sondern im Kontext eines integrierten Prozesses.“

~ Ronan Poupon
Senior Equities Portfolio Manager, DNCA Finance


Die meisten unserer Tochtergesellschaften suchen proaktiv den Dialog – das bringt eindeutig Vorteile. Sie gewinnen dadurch einen tieferen Einblick in die Unternehmen, in die sie investieren. So lassen sich Risiken und Chancen leichter erkennen, die Leistung des Managements bewerten (insbesondere dessen Fähigkeit, Vorgaben und Ziele zu erreichen) und Optimierungspotenzial lokalisieren. Durch den Dialog werden unsere Tochtergesellschaften zu klügeren Investoren – und das sollte letztlich höhere Erträge bringen.

Dialoge wurden übrigens bereits geführt, als ESG noch kein Investmentkonzept war. Viele unserer Tochtergesellschaften standen schon mit den Managementteams von Unternehmen im Dialog, als dies noch längst nicht als „verantwortungsbewusste Investmentstrategie“ galt. Bei Natixis Investment Managers und ihren Tochtergesellschaften gehört der Dialog für einen aktiven Investor einfach dazu.

Das heißt aber nicht, dass ein solcher Dialog immer reibungslos verläuft. Er braucht Zeit. Wenn irgend möglich, ist auch ein guter Zugang zum Management erforderlich. Und die Portfoliomanager müssen dialogbereit und dialogfähig sein. Die meisten unserer Tochtergesellschaften investieren Zeit, Ressourcen und Aus- und Weiterbildung in den Dialog, weil sie von seinem Nutzen überzeugt sind. In den Vereinigten Staaten veranstaltete Harris Associates im letzten Jahr allein über 1.500 gesonderte Sitzungen mit Managementvertretern von Unternehmen.

Für uns kommt es darauf an, dass der Dialog individuell zugeschnitten ist. So ist es für einen Private-Equity-Investor – wie Naxicap oder Alliance Entreprendre – wenig sinnvoll, den Dialog so anzugehen wie Unternehmen, die viel breiter gefächert investieren. Warum ist das so? Wo liegt der Unterschied?

Es kommt dabei in erster Linie auf die Art dieser Investments an. Private-Equity-Investoren verwalten kleinere Portfolios. Vor allem aber stehen sie direkter in Beziehung zum Unternehmensmanagement. Vielfach sind sie in Verwaltungsratsgremien vertreten. Dadurch genießen sie Zugang. Generell gilt: Je größer die Beteiligung, desto direkter der Zugang.


97 percent

79% der Tochtergesellschaften stehen regelmäßig mit den Unternehmen im Dialog, in die sie investieren.*

93 percent

93% der Tochtergesellschaften verfügen über Richtlinien, die ihren Ansatz zu Dialog, Abstimmung und/oder Stimmrechtsausübung regeln.*



So vereinbart beispielsweise unser französisches Private-Equity-Unternehmen Naxicap detaillierte ESG-Fahrpläne und setzt Ziele und Vorgaben für das Management. Diese Fahrpläne bilden im Anschluss die Grundlage für den laufenden Dialog.

Größere Vermögensverwalter wählen einen anderen Ansatz. Sie müssen einen Dialog über verschiedene Anlageklassen führen. Ihre Portfolios sind umfangreicher, und die erforderlichen Ressourcen ebenso. In diesem Fall ist ein gemeinsames Konzept gefragt, das sicherstellt (wie zum Beispiel bei Ostrum), dass dasselbe Team für Analyse, Dialog und Stimmrechtsausübung zuständig ist. Größere Vermögensverwalter gehen beim Dialog auch eher kooperative Wege und schließen sich mit anderen Investoren zusammen – manchmal über Plattformen wie PRI oder über multilaterale Lobby-Initiativen wie die IIGCC. Solche Plattformen erleichtern die Bündelung von Ressourcen und geben einzelnen Investoren mehr Einfluss. Vor allem aber müssen Vermögensverwalter den Dialog nutzen, um sich auf wesentliche Punkte zu fokussieren – d. h. auf die Themen, die Renditetreiber sind, Risiken verringern oder die angestrebten gesellschaftlichen und ökologischen Wirkungen erzielen.

Unsere Tochtergesellschaften berücksichtigen dabei auch, mit welchen Unternehmen sie jeweils in Dialog treten. Für größere Unternehmen ist ein solcher Dialog möglicherweise Routine. Kleinere oder mittelgroße Unternehmen verfügen dagegen nicht unbedingt über die nötige Bandbreite, einen richtigen Dialog zu führen oder Verbesserungen umzusetzen. So investiert unsere Tochtergesellschaft Seventure beispielsweise überwiegend in Start-ups, deren Management verständlicherweise alle Hände voll zu tun hat, das Unternehmen aufzubauen. Doch auch in etablierten Unternehmen sehen Verwaltungsratsgremien manchmal zugunsten finanzieller oder geschäftlicher Themen über ESG hinweg. Die Lösung ist dann nicht, den Dialog zu verringern, sondern ihn auf das „Wesentliche“ zu fokussieren, ob das ESG oder ein anderes Thema ist.

Manchmal schlagen Dialoge auch fehl – wenn sich das Management etwa nicht ansprechbar zeigt oder keine Daten für eine effektive Risikobewertung vorliegen. Das ist jedoch nur selten der Fall – auch deshalb, weil viele Tochtergesellschaften einen ESG-Filter vorschalten und so potenzielle „Problem-Investments“ ausschließen. Natürlich bleibt es den Tochtergesellschaften unbenommen, ihr Kapital abzuziehen, doch sie bevorzugen den Dialog. Steigt ein Investor aus, entzieht er dem Unternehmen dadurch nicht die Finanzierung – es kann sich einfach an einen anderen Investor wenden. In erster Linie nimmt der Ausstieg den Tochtergesellschaften die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen und Veränderungen zum Besseren zu bewirken.

Ebenso trifft zu, dass Unternehmen, allen voran in Europa, heute aufgeschlossener für Dialoge sind, worin sich breiter angelegte gesellschaftliche Veränderungen niederschlagen.


Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem ersten Responsible Investment Report mit dem Titel ‚Making A Difference‘.

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Diese Unterlagen dienen ausschließlich der Information und sind nicht als Investmentberatung zu verstehen. Die vorstehend geäußerten Ansichten und Stellungnahmen entsprechen dem Stand zum angegebenen Datum und können sich aufgrund von Markt- und sonstigen Bedingungen ändern. Es kann nicht zugesichert werden, dass Entwicklungen wie prognostiziert ablaufen.

Die Informationen zu den Tochtergesellschaften stammen aus internen Fragebögen, die von den verbundenen Vermögensverwaltern im Rahmen einer von Natixis Investment Managers durchgeführten Umfrage ausgefüllt wurden.

DNCA Finance ist eine Tochtergesellschaft von Natixis Investment Managers. DNCA Finance – 19, place Vendôme – 75001 Paris – Tel.: +33 (0)1 58 62 55 00 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! - www.dnca-investments.com – spezifische Intranetseite für Unabhängige Eine von der AMF (Finanzmarktaufsichtsbehörde) unter der Nummer GP 00-030 am 18. August 2000 zugelassene Investmentmanagementgesellschaft. Nicht unabhängiger Anlageberater gemäß MiFID-II-Richtlinie.

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