Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) beeinflusst die Markttrends bereits seit mehreren Jahren. Von Herstellern von Mikrokomponenten bis hin zu Softwareentwicklern – die fortschreitende Transformation der Volkswirtschaften ist ein Narrativ, das gleichermaßen von Hoffnung und Angst geprägt ist. Die Auswirkungen auf die Belegschaft, das Potenzial der Automatisierung, menschliche Arbeit zu ersetzen, und der Bedarf an erheblichen Investitionen in Rechen- und Energieinfrastrukturen sind Faktoren, die die technologische und digitale Revolution allmählich sicht- und messbar machen. Die Geschwindigkeit, mit der diese neue Technologie eingeführt wird, kombiniert mit scheinbaren Produktivitätsgewinnen, wirft Fragen über das Ausmaß der Transformation bei der Produktion von Gütern und Dienstleistungen auf. Über diesen ersten Kanal, über den der technologische Schock übertragen wird, hinaus, bleibt ein zweiter Anwendungsbereich zu erforschen: die Fähigkeit von Innovationen, neue Ideen zu generieren. Dies macht die Skaleneffekte, die mit der Produktion und dem Teilen von Wissen verbunden sind, praktisch unendlich. Dieser Beitrag bietet einen Überblick über den aktuellen Stand der Wirtschaftsforschung zu den Auswirkungen dieser Innovation auf das Wachstum, den Stellenwert des Humankapitals innerhalb der Produktionsstruktur von Volkswirtschaften und die Produktionskapazität von Akteuren, die diese neue Innovationswelle nutzen.
Die Auswirkungen von Innovationen auf die Produktivität: Der Grundstein der wirtschaftlichen Entwicklung
Technologische und organisatorische Innovationen haben die Entwicklung der modernen Wirtschaft von jeher geprägt. Vom industriellen Einsatz der Dampfmaschine und der Standardisierung des internationalen Handels über die Elektrifizierung und Digitalisierung bis hin zur Einführung des Taylorismus und des Kanban-Systems – die Entwicklung der Weltwirtschaft hat die Effizienz des Produktionsprozesses kontinuierlich gesteigert.
Abbildung 1 veranschaulicht die Produktivitätsgewinne in den USA, der Eurozone und Japan seit dem späten 19. Jahrhundert. Deep Learning bzw. KI reiht sich somit in eine lange Kette technischer Innovationen ein. Diese werden die Schaffung von Mehrwert durch ihre Nutzung und Integration in bestehende Produktionsprozesse oder durch die Gestaltung zukünftiger Produktionsweisen und -beziehungen prägen. Abbildung 1 zeigt jedoch auch, dass die Wachstumsrate der Arbeitsproduktivität zwischen den einzelnen Wirtschaftsregionen variiert. Dies deutet darauf hin, dass die Effizienz von Produktionsmethoden aus einer Kombination von Investitionen, Forschung, rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen sowie der Vielfalt der Produktionsökosysteme in den USA, Japan und der Eurozone resultiert.
Wie Aghion und Bunel (2024) betonen, wird der durch KI ausgelöste Innovationsschock wahrscheinlich einer Übertragungsverzögerung unterliegen, ähnlich wie sie bei der Einführung der Elektrizität oder der Digitalisierung zu beobachten war. Diese Verzögerung ist auf die inhärente Trägheit der physischen und intellektuellen Strukturen zurückzuführen, die für die Assimilation der Innovation erforderlich sind – wie etwa inkompatible Maschinen und Ressourcen, die angepasst werden müssen, um die Einführung zu erleichtern.