Viele glauben das inzwischen. Und auch einiger der größten Tech-Unternehmen weltweit setzen stark darauf. Facebook geht mit dem Konzept aufs Ganze und hat sogar mutig seinen Namen in Meta geändert. Um seine Träume zu realisieren, will der Konzern rund 10.000 Technologen einstellen.1

Nvidia und Microsoft stecken Milliarden ins Metaversum, und Google investiert hohe Summen in erweiterte Realität (Augmented Reality, AR). Wie das Metaversum – eine Konstellation aus jungen Technologien wie AR, VR (virtuelle Realität), der Blockchain und Kryptowährungen — am Ende aussehen wird, ist noch unklar.

Dass die Tech-Riesen mit so hohen Einsätzen spielen, spricht aber für eine wachsende Überzeugung von seinem realen Wertschöpfungspotenzial. Bloomberg Intelligence prognostiziert, dass der Markt noch vor 2024 ein Volumen von rund 800 Mrd. US-Dollar erreichen könnte.2 Wie können Anleger daraus Kapital schlagen?

Es zeichnen sich mehrere Themen ab. Wächst das Metaversum, wird Sicherheit besonders großgeschrieben werden. Kryptowährungen und die Blockchain können für mehr Sicherheit sorgen. Dennoch dürften Unternehmen wie Zscaler und Palo Alto Networks, die Cybersicherheitslösungen für Netzwerke anbieten, von den steigenden Sicherheitsanforderungen profitieren.

Außerdem wird das Metaversum enorme Rechen-, Grafik- und Speicherkapazitäten erfordern. Unternehmen wie Nvidia (Grafik) werden Konzeptionierung und Haptik des Metaversums entscheidend beeinflussen und es so lebensnah und immersiv wie möglich gestalten. Speicherunternehmen wie Digital Realty Trust und Equinix werden gebraucht, um die Voraussetzungen für diese wachsende digitale Welt zu schaffen.

Abschließend ist da noch der Bereich digitale Vermögenswerte. Neben Kryptowährungen sind Non-Fungible Tokens (NFTs) möglicherweise das beste Beispiel dafür. Der Analyse-Plattform DappRadar3 zufolge haben im dritten Quartal 2021 Kunstwerke, Gaming-Memorabilia und andere digitale Vermögenswerte im Wert von über 10 Mrd. US-Dollar den Besitzer (beziehungsweise die digitale Brieftasche) gewechselt – achtmal so viel wie im Vorquartal.4

Manche befürchten zwar, auf dem NFT-Markt könnte sich eine Vermögensblase bilden, doch Nike, Burberry, LVMH und Kering sind nur ein paar hochkarätige Akteure, die sich in den letzten Monaten in dieses Segment vorgewagt haben. Es dürfte den jungen Markt legitimieren und stärken, wenn klassische Konsumgütermarken und neue Digitalunternehmen auf einen wachstumsstarken, aber rein digitalen Markt vorstoßen.

Mit Blick auf die bevorstehende Verwirklichung des Metaversums sollten sich Anleger darauf einstellen, dass sich künftig ausgesprochen reale Chancen auftun.